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BeoTime – das Produktdesign

Gedanken von Steffen Schmelling

Am Anfang des Projekts, aus dem der BeoTime hervorging, habe ich mit den Konzeptverantwortlichen von Bang & Olufsen ausführliche Gespräche geführt, um die wesentlichen Merkmale des Produkts abzustecken. Ich wollte die Konventionen in Frage stellen und die Neugier der Menschen wecken. Dabei musste ich aber unbedingt sicherstellen, dass das Endergebnis immer noch seinen eigentlichen Zweck erfüllte.

Ich beschloss also, dass BeoTime nicht wie ein herkömmlicher Wecker aussehen darf. Das neue Produkt sollte inspirieren und überraschen, ein Erlebnis kreieren. Ich suchte nach Metaphern für eine Produktsprache, die das morgendliche Aufwachen als angenehm und ungezwungen kommuniziert. Gleichzeitig musste das Produkt die Zuverlässigkeit eines Weckers verkörpern. Worte wie Fantasie, Übergang, Traum, Mysterium begleiteten diesen Prozess. Mit dem Gedanken an die fantastische Oper von Mozart – Die Zauberflöte – war die Metapher und das Sinnbild gefunden und alles fügte sich in meinem Kopf zusammen.

Im Takt einer großen Oper

Die optische Identität ist schlicht und kommuniziert das Erlebnis. Die physikalische Form ist eine Kombination aus einem Taktstock, der dirigiert, und einem Musikinstrument, das sanft „Wach auf!“ flüstert. Bei BeoTime ist es uns gelungen, alle Bang & Olufsen Kompetenzen zu visualisieren und inszenieren: Elegante Oberflächen, magische Bewegungen, perfekte Integration und den Mut, das Gewöhnliche zu hinterfragen. Das alles vermittelt BeoTime beim bloßen Anblick.

Bei diesem Prozess waren wir natürlich mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert: Wie sollten wir die Elektronik in diesem extrem kleinen Raum, der mir vorschwebte, unterbringen? Mit einer Röhre lässt sich nur schwer arbeiten. Das ist mit der Arbeit an einem Flaschenschiff vergleichbar. Gleichzeitig wollte ich genau die richtige Mischung aus folgenden Elementen finden: eine digitale Software, die das Scrollen in den LCD-Displays ermöglicht; eine hochentwickelte und elegante Benutzeroberfläche und eine einfache und intuitive physikalische Welt. Letzteres wird durch das Aluminiumrohr, durch die trompetenförmige Ein/Aus-Taste zum Einstellen des Weckers und durch den Lautsprecher verkörpert.

Ich wollte, dass BeoTime quasi von der Technologie losgelöst ist. So wird das Gerät von drei handelsüblichen Batterien gespeist, es ist leicht zugänglich und kann auf einem Nachttisch aufgestellt oder an der Wand befestigt werden – ganz wie es einem beliebt. BeoTime erfüllt alle Aufgaben ohne jegliche Umstände und ist dennoch eine wahre Schönheit.

Biografie Steffen Schmelling

  • Jahrgang 1965 
  • Abschluss an der Dänischen Designschule im Jahr 1990
  • Arbeitet seit 1991 als freiberuflicher Designer
  • Erste Arbeit für Bang & Olufsen: Digitaler Musikplayer BeoSound 6 (2007)
  • Mit mehreren Red Dot Design Awards und dem iF Design Award ausgezeichnet
    Designs von Steffen Schmelling sind in der Dauerausstellung des Dänischen Museums für Kunst und Design ausgestellt